i’m a peanut

das klang nach einer guten idee: einfach ein bild hintragen, ohne bewerbung oder kosten ausstellen und dann das atelier-stipendium absahnen. daß dieses konzept viele künstler anzieht, ist klar. aber daß es gleich so viele sind, haben selbst die organisatoren nicht geahnt. gegen 17 uhr lauf ich mit branislav zum check-in – nein, doch erstmal hinten anstellen. aber wo ist hinten? die merkwürdig grinsenden menschen (ist das mitleid in ihren augen?) nahe am eingang wissen es. das ende der schlange ist da, wo sie vor drei bis vier stunden gestanden haben. und das ist offenbar gar nichts im vergleich zu der wartemeile, die den tag über entstanden war. es sollen sogar künstler ab 6:00 uhr in der kälte kampiert haben, um ihr werk in die ausstellung zu kriegen. und es ist immer noch kalt! dagegen gibt es kaffee – for free. auf empfehlung eines wundervoll nach künstler aussehenden künstlers (hut, mantel, brille, manieren – passt einfach) begnügen wir uns nicht mit thermoskannenkaffee vom campingtisch, sondern suchen den espresso-wagen um die ecke auf. da müssen wir eh hin, denn das spalier aus notdürftig verpackten leinwänden und hoffnungsfrohen künstlern zieht sich noch ein ganzes stück. und zwar so weit, daß uns eine organisatorin die hoffnung nehmen muss, heute noch mit unseren weltbewegenden werken reinzukommen. auf grund des großen andrangs soll es aber einen zweiten termin geben. also morgen ganz früh hier sein? warum eigentlich nicht? die sache hat leider einen haken: wenn wir unsere bilder einreichen, bekommen wir die erst im mai wieder. blöd. ich will anfang mai ausstellen und das bild gehört definitiv dazu. irgendwie verliert die sache gerade an schwung. also raus aus der schlange, kaffee holen und überlegen. eigentlich ist das schon eine feine versammlung – soviel enthusiastische menschen, die alle ihre kunst und damit einen teil von sich hierher bringen, um es allen zu zeigen… und natürlich winken preise! “soviel hoffnung…” sage ich zu achim, der gerade meinen milchkaffee durch die maschine jagt. “ja” sagt er, “aber warum soll ausgerechnet hier der durchbruch passieren?” es hat schon was von casting, von der hoffnung besonders zu sein und entdeckt zu werden. ganz ehrlich? ein bißchen hatte ich die auch. aber noch mehr will ich die kohle! kistenweise dosen und geiles material… schluss damit! achim macht uns noch nen kaffee und verteibt damit frust und kälte. er wird dafür (hoffentlich) gut bezahlt, in der relation bleiben das – was sonst, wir stehen ja vor der bank – “peanuts”, haha! und so fühle ich mich auch gerade. warum soll gerade mein bild unter hunderten herausstechen? natürlich hoffe ich, daß es gefällt, aber kunst ist kein wettkampf für mich. ich will meine bilder in einem netten laden an die wand hängen, meine freunde einladen und zeit haben, mir anzuhören, was leute sich so denken. (das gibts in kürze bei manja morgenrot in fhain) also kaffe austrinken – danke achim! – and peanut goes home. vielleicht geh ich am dienstag in die ausstellung und geb meine stimme ab, damit das coolste bild den publikumspreis gewinnt und nicht irgend so ein scheiß gefördert wird! ja genau, alles subjektiv und das soll auch bitte so bleiben, wenn es um kunst geht. wir sehen uns!

zeit-kommentar

und sonst: die aktion online und ein rbb-video

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